HD VIDEO-BAUKASTEN KINDERHANDBALL

Ansehen. Auswählen. Trainieren.

Gutes Kinderhandballtraining braucht keinen starren Ablauf. Entscheidend ist, passende Trainingsbausteine für Alter, Entwicklungsstand und Trainingsziel auszuwählen.

In unserem THD Video-Baukasten sammeln wir – inspiriert von der Trainingsarbeit bei JANO Filder – praxisnahe Ideen für Minis sowie F-, E- und D-Jugend. Vom spielerischen Aufwärmen über Technik und Werfen bis hin zu 1:1, Kooperation und Spielfähigkeit.

Die Videos sind keine fertigen Trainingseinheiten, sondern Werkzeuge für Trainer: anschauen, auswählen, altersgerecht anpassen und direkt ins eigene Training bringen.

Werkzeug lernen. Werkzeug auswählen. Werkzeug im Spiel einsetzen.

Aufwärmen mit Ball

Alle Kinder bewegen sich mit einem Handball frei über das Spielfeld. Unterschiedliche Lauf- und Bewegungsformen werden dabei mit verschiedenen Aufgaben am Ball kombiniert: vorwärts, rückwärts oder seitwärts laufen, mit beiden Händen prellen, den Ball um den Körper führen, freie Räume erkennen und anlaufen oder auf ein Signal zusätzliche Ball- und Koordinationsaufgaben lösen.

Durch kleine Variationen lassen sich Ballgefühl, Koordination, Orientierung und Bewegungssicherheit spielerisch miteinander verbinden. Gleichzeitig sind alle Kinder von Beginn an aktiv und haben möglichst viele Ballkontakte.

Wichtig: Die gezeigten Aufgaben sind als Trainingsbausteine zu verstehen. Auswahl, Schwierigkeit und Kombination der einzelnen Elemente sollten immer an die jeweilige Altersgruppe und den individuellen Entwicklungsstand der Kinder angepasst werden. Nicht jede Aufgabe eignet sich in gleicher Form für Minis, F-, E- und D-Jugend.

Schlagwurftechnik Schritt für Schritt entwickeln

Die Schlagwurftechnik wird alters- und entwicklungsgerecht aufgebaut. Bei Minis und in der F-Jugend stehen zunächst die grundlegenden Bewegungsmuster im Mittelpunkt: den Ball sicher halten, den Wurfarm in eine geeignete Ausgangsposition bringen, die Wurfbewegung kennenlernen und erste Würfe aus unterschiedlichen Positionen ausprobieren.

Mit zunehmender Sicherheit werden die Aufgaben erweitert und miteinander verbunden. In der E- und D-Jugend entstehen daraus komplexere Bewegungsfolgen: Anlauf und Stemmschritt, Ballannahme und unmittelbarer Wurf, Würfe nach unterschiedlichen Laufwegen oder unter zunehmendem Zeit- und Gegnerdruck.

Die einzelnen Videos bauen dabei methodisch aufeinander auf. Vom Erlernen der Grundbewegung über das Festigen der Technik bis zur Anwendung in zunehmend spielnahen Situationen.

Wichtig: Auch hier bestimmt nicht allein das Alter die Auswahl der Übungen. Die einzelnen Schritte sollten sich immer am individuellen Entwicklungsstand der Kinder orientieren. Ein Schritt wird nicht „abgehakt“ – er wird erweitert, variiert und schließlich ins Spiel übertragen.

Schlagwurf Level 2 – F- und E-Jugend

In Level 2 wird die grundlegende Schlagwurftechnik mit Aufgaben zur Balance, Koordination und Körperstabilität verbunden. Die Kinder balancieren zunächst über eine Bank, setzen sich auf einen Kasten und führen nach dem Aufstehen einen Schlagwurf aus. Die Ausgangsposition wird dabei variiert: seitlich, frontal oder von der Gegenseite – teilweise mit angehobenem Stemmbein.

Der Trainer kann mithilfe einer Schwimmnudel („Pommes“) eine gestreckte Arm- und Körperhaltung unterstützen und den Kindern eine gut sichtbare Orientierung für die Wurfbewegung geben. Der Rückweg über Koordinationsleiter und Matten ergänzt die Station um weitere vielseitige Bewegungserfahrungen.

Wichtig: Die Aufgaben und Variationen sollten an den individuellen Entwicklungsstand der Kinder angepasst werden. Im Mittelpunkt stehen eine kontrollierte Bewegungsausführung und die schrittweise Weiterentwicklung der Schlagwurftechnik – nicht die schnelle Durchführung der Station.

Schlagwurf Level 3 – E- und D-Jugend

In Level 3 wird der Schlagwurf aus unterschiedlichen Ausgangspositionen und Bewegungsrichtungen ausgeführt und zunehmend unter Gegnerdruck angewendet. Die Kinder sollen die erlernte Technik stabil halten, schnell zum Tor umschalten und passende Wurflösungen finden.

Zunächst starten die Kinder etwa neun Meter vor dem Tor im Kniestand. Sie nehmen den Ball von einem Kasten oder direkt aus der Hand des Trainers auf, stehen kontrolliert auf und werfen anschließend mit einem, zwei oder drei Schritten. Dadurch werden das schnelle Aufrichten, die richtige Schrittfolge und der flüssige Übergang in den Schlagwurf miteinander verbunden.

Anschließend erfolgt der Schlagwurf aus einer Seitwärtsbewegung. Der Spieler bewegt sich mit dem Ball in AIM-Position seitlich zwischen zwei Markierungen. Der Wurfarm bleibt dabei oben. Nach der Rückbewegung nimmt das Kind unmittelbar Tempo in Richtung Tor auf und wirft an einer Stange oder einem Airbody vorbei. Eine Pommesbahn mit jeweils zweieinhalb Kontakten kann die seitliche Beinarbeit zusätzlich unterstützen.

Im nächsten Schritt wird die Technik in eine spielnahe 1-gegen-1-Situation mit Defensivblock übertragen. Sobald der Angreifer zu einem Zuspieler außerhalb des Stangentores passt, muss der Abwehrspieler die gegenüberliegende Stange berühren, bevor er blocken darf. Angreifer und Abwehrspieler agieren ausschließlich hinter der 7-Meter-Linie. Passtäuschungen und unterschiedliche Wurfvarianten eröffnen zusätzliche Lösungsmöglichkeiten.

Die Spielform kann auch mit einem Squeezy-Ball gespielt werden. Da dieser nicht geprellt werden kann, werden Ballannahme, Täuschungen, schnelles Zusammenspiel und kreative Wurflösungen besonders gefördert.

Wichtig: Im Mittelpunkt stehen ein stabiler hoher Wurfarm, eine kontrollierte Schrittfolge, der unmittelbare Tempowechsel in Richtung Tor und die Fähigkeit, die Schlagwurftechnik auch unter Zeit- und Gegnerdruck anzuwenden. Schwierigkeit und Intensität sollten immer an den Entwicklungsstand der Kinder angepasst werden.